*Freud und Leid

April 30, 2010

Niemand hatte die Absicht eine Mauer zu errichten. Nach Krach und Linie folgt:

*Freud und Leid
Meike Dölp & Isabelle Krieg

 Ausstellungseröffnung, Freitag, 30. April 2010 um 20 Uhr
Finissage bereits am Freitag, 07. Mai 2010 um 20 Uhr
Ausstellung vom 30.04.10 bis 07.05.10
geöffnet Fr/Sa/So von 16 bis 20h und nach Vereinbarung

Zum Beispiel: Geldmangel-Schnellimbiss -Frittenfett- Völlegefühl- Couch- Freud. Meike Dölp leistet Erinnerungsarbeit. Ihre Assoziationsketten sind persönlich-komplex und kommen von Höckchen auf Stöckchen. In den wandlangen Landkarten des Gehirns werden Gedankengänge der Künstlerin physisch erfahrbar, dem Gedankengang Steuererklärung folgend landet man unwillkürlich beim Wegpunkt Leitzordner. Meike Dölp hat eine säuberliche Handschrift, die an morgendliche Flipchartaufzeichnungen im Normalbüro erinnert. Das das Normale das Gefährliche sein kann zeigen andere Arbeiten der Künstlerin. Auch hier gibt es ein wohlgeordnetes Durcheinander von nachgebauten Büropflanzen, Selbstgebasteltes aus dem Bereich Stars und Sternchen (von Gestern) und mittendrin die Stimme der Künstlerin als singende Wohnzimmerprimadonna. Meike Dölps Arbeiten sind eine größtmögliche Annäherung an eine Optimalwelt. Zum Scheitern verurteilt und deshalb wahr und traurig:

www.meikedoelp.de/

Durch Isabelle Kriegs Atelier fließt ein Bergbach über Möbel, Werkzeuge und Sammelgut. Die Künstlerin kommt schließlich aus der Schweiz und ist Besitzerin ihrer eigenen Naturwissenschaft: schnöde Hängelampen werden zu tapferen Blumen und tote Lebewesen aller Art bekommen ihre letzte würdevolle Ruhestätte im geputzten 3er BMW (Animals Heaven, 2008). Die Freude am Stehenbleiben: hier ist Kultivierung nicht das Ende der Natur sondern erst ihr Anfang. Eine schöne Ausgangslage für Isabelle Kriegs wuchernden Mikrokosmos in dessen Empfangszimmer Kaffeeflecken zu Weltkarten werden und leuchtende (Energiespar-) Brote den Abendhimmel erhellen. Wer schon immer wissen wollte was aus Großvater geworden ist schaut einfach mal hier rein. Zum Beispiel bei: Krieg ist aus. Erdmöbel anderer Art.

www.isabellekrieg.ch/de/index.html

Im Kulturpalast Wedding versuchen sich die Künstlerinnen am kommenden Freitag am Abriss von Freuds Psychoanalyse beziehungsweise deren höchstpersönlicher Interpretation mittels der Methode der assoziativen Aneinanderreihung installativ angeordneter Ichs, Es´ und Über-Ichs. Auch das kann wieder traurig werden.


Isabelle Krieg: Blume, Vasenobjekt    Meike Dölp: Eule

No one had any intention of building a wall. Following noise and line:

*Freud und Leid
Meike Dölp and Isabelle Krieg

exhibition opening: Fri April 30, 2010 at 8 p.m.
finissage already on Fri May 7, 2010 at 8 p.m.
exhibition from April, 30 to May, 7 2010
opening hours are on Fri/Sat/Sun from 4 to 8 p.m.
(other times by arrangement)

For instance: lack of money – fast food restaurant – hot frying fat – feeling of fullness – couch – Freud. Meike Dölp performs memory work. Her intimate-sophisticated chains of associations get carried away and ramble. In the wall-sized maps of brain the artist’s trains of thought become physically experienced, following the idea of tax declaration you spontaneously end up at the waypoint Leitz-folder. Meike Dölp has a neat handwriting reminding us of morning flipchart-notes at a ordinary office. That ordinariness can be the greatest danger is shown with other works of the artist. Here, too, there is a well-ordered mess of reconstructed office plants, handcrafts in the field of stars and starlets (of yesterday) and right in the middle of it – the artist’s voice as singing living-room-prima-donna. Meike Dölp’s works are the greatest possible rapprochement with an optimal world. Doomed to failure, therefore true and sad:  

www.meikedoelp.de/

There’s a mountain stream running through Isabelle Krieg’s atelier, over the furniture, the tools and the grouped goods. After all the artist comes from Switzerland and is the owner of her own natural sciences: despicable hanging lamps become brave flowers and dead animals of all kind get their last dignified resting place in a cleaned BMW 3 Series. (Animals Heaven, 2008) The pleasure of stopping: here, cultivation is not the end of nature but just it’s beginning. Quite a nice starting position for Isabelle Krieg’s overgrowing microcosm, in which’s reception room coffee stains become maps of the world and bright energy-saving breads illuminate the evening sky. If you always wanted to know, for example, what has grandfather become today, you should definitely have a look here. For instance at: Krieg ist aus. Earth-furniture of different nature.

www.isabellekrieg.ch/de/index.html

Next Friday, at Kulturpalast Wedding International, the artists try their hand on the summary of Freud’s psychoanalysis, or rather, their personal interpretation using the method of associative stringing together of installative arranged egos – id and super-ego. This could get sad, too.

→  eine Videodokumentation von bnd zur Ausstellung gibts hier

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