*Es ist nicht die Kunst die stinkt, es ist die Galerie

Oktober 27, 2010

Liebe Freunde des Kulturpalasts!
Da es immer dunkler wird, liegt es auf der Hand eine Künstlerin aus dem Norden zu holen, die Licht in unsere Sachen bringt:

Sara Björnsdóttir
*Es ist nicht die Kunst die stinkt, es ist die Galerie
site-specific video installation

Eröffnung am Freitag, 29.Oktober 2010 um 20 Uhr
mit einem Konzert von Berglind Agústs
dóttir
Finissage am Sonntag 07. November 2010 um 20 Uhr
Ausstellung vom 29.10.2010 bis 07.11.2010
geöffnet Fr/ Sa/ So von 16 bis 20 Uhr und nach Vereinbarung

Kulturpalast Wedding International
Freienwalder Strasse 20
13359 Berlin-Wedding
Tel: 0049(0)179/2154847
www.kulturpalastwedding.com
info@kulturpalastwedding.com

Das uns Tröstende zuerst: Auch andere Galerien stinken. Es ist eine stinkende Galerienwelt und die Kunst ist eine saubere Sache im verkeimten Verkaufsraum.Sara Björnsdóttirs Arbeitsweise ist mehr als multimedial. Die isländische Künstlerin verwendet Poesie, Performance, Video, Luftballons, Rotwein, Sound oder 1001 mit Billigglitzer beklebte Gesteinsbrocken im Taschenlampenlicht jeweils situationsbedingt und raumorientiert. In einem Neubau zu stehen, der mit handgezeichneten Rissen auf der Wand mehretagig wegzubröckeln scheint (konkreter Realismus) kann vergleichbare Gefühle auslösen wie ein Vieraugengespräch mit der zu mietenden Künstlerin im Dixiklo. Wer viel bezahlt kriegt viel zu hören. If you give me nothing – I give you nothing. Die freie Wahl des einfachsten Mittels ist stillos und deshalb ganz nah an dem was die Dinge an sich mitbringen, was Sache ist. Im aufregendsten Fall scheint das Mittel eins zu werden mit dem zu Vermittelndem. Für diesen Fall gibt es Sara Björnsdóttirs raumbezogene Videoinstallationen (site-specific video installations). Die Galerie stinkt, wir bekommen eine neue und die ist aus Kunst.

In ihren Videoinstallationen verwendet die Künstlerin den Raum um einen neuen Raum zu schaffen. Sie filmt Wände, Säulen, Fenster und projiziert den gefilmten Raum in den realen. Wenn die gefilmte, hinter einer Säule hervorschauende Künstlerin den Lichtschalter betätigt, gehen auch im tatsächlichen, als Projektionsfläche verwendeten, Raum alle Lichter aus. Dieser Geistergriff aus einer anderen Zeit kann zu einem Sinnesverlust beim Betrachter führen, der im Licht von gestern stehend, selbst zur Projektionsfläche wird. Er wird durch eine andere Zeit in einen anderen Raum geführt.

Im Kulturpalast Wedding begibt sich die Künstlerin auf die Suche nach dem Idealraum. Dieser ist leer, gefegt und glänzt durch die Abwesenheit von erworbenen oder erwerbbaren Gegenständen. Ein ruhiger, lichtdurchfluteter Ort, frei von Gestank und Gebrauch. Sara Björnsdóttir filmte den Galerieraum in seinen friedvollsten Stunden an einem sonnigen Sonntagvormittag.  Am Freitagabend bringt sie den vergangenen, zwei Wochen alten Sonnenschein erneut in die Galerie und den alten Raum in den Neuen. Wir zeigen nichts anderes als eine Galerie. Es gibt keinen besseren Platz um raumbezogen im Licht zu stehen.


Dear friends of the Kulturpalast!
As it’s getting dark and darker, it’s obvious we bring an artist far from the North who will shed some light on our matters:

Sara Björnsdóttir
*Es ist nicht die Kunst die stinkt, es ist die Galerie
(It’s not the art that stinks, it’s the gallery)
site-specific video installation

exhibition opening on Friday, October 29th 2010 at 8 p.m.
with a concert by Berglind Agústsdóttir
exhibition closing on Sunday, November 7th 2010 at 8 p.m.
exhibition from 10/29/2010 to 11/7/2010
opening hours are on Fri/ Sat/ Sun from 4 to 8 p.m. and by arrangement

Kulturpalast Wedding International
Freienwalder Strasse 20
13359 Berlin-Wedding
Tel: 0049(0)179 – 215 48 47
www.kulturpalastwedding.com
info@kulturpalastwedding.com

First we need some words of encouragement: there are also other foul-smelling galleries. It’s a stinky world of galleries where art is the clean thing in a badly contaminated showroom. Sara Björnsdóttir’s working methods are more than multimedial. The Icelandic artist utilizes – each site-specific and situational – poetry, performance, video, balloons, red wine, sound or 1001 pieces of rock pasted up with cheap glitter in torch light. Finding oneself in a new house, apparently crumbling from cellar to roof by hand-drawn cracks on the walls (concrete realism), can affect similar feelings like an one-to-one talk with the rentable artist in a portable toilet. Please insert a coin. If you pay a lot you’ll get plenty of stuff to hear. ‘If you give me nothing – I give you nothing’. The free choice of the simplest mean available is devoid of style. That’s why it’s close to what things involve. And that’s the thing.  Picture the most exciting circumstance, where the mean become one with the communicable. For this case, we have Sara Björnsdóttir’s site-specific video installations.  The gallery stinks, we’ll get a new one … and this one is made of art.

In her video installations, the artist employs the room to create a new one. She films this room’s walls, columns, windows and then, she projects the result onto the real space. When Sara Björnsdóttir looks out from behind a column and turns the switch light, all the lights go out. For real. This ghostly touch from another time releases a loss of sense in the observer who stand in yesterday’s light, and become the projection surface themselves. Voyaging through time into a new space.

At Kulturpalast Wedding International, the artist begins a journey of searching the perfect space. The one being empty, brushed and sparkling by the absence of acquired and acquirable goods. Quiet, light-flooded, without smell and use. Sara Björnsdóttir filmed the gallery in its most peaceful hours, on a sunny Sunday morning. Next Friday night, she brings the charm of the past sunshine days back to the gallery – and the old room to the new one. Everything whe show is a gallery. There’s no better place to be in light. Site-specific.

Mit freundlicher Unterstützung von

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