Weisser Würfel 1985-1989

September 29, 2012

Auf schwarz folgt weiß. Das alle Winkel besetzende All- Over der südkoreanischen Kohlezeichnung ersetzen wir durch Reinweiß in Würfelform. Ein white cube für unseren grauen Saal:

Christian Stock
*Weißer Würfel 1985-1989

 Die Ausstellung wird kuratiert von Bernd Böhlendorf

Ausstellungseröffnung am Freitag, 28.September 2012 um 20h
Finissage am Sonntag, 07.Oktober 2012 ab 16h
Ausstellungsdauer 28.09.2012 bis 07.10.2012
geöffnet Fr / Sa / So von 16 bis 20h und nach Vereinbarung

Kulturpalast Wedding International
Freienwalder Strasse 20
13359 Berlin-Wedding
Kontakt: 0179/2154847
info@kulturpalastwedding.com
http://www.kulturpalastwedding.com

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Länge mal Breite mal Farbe in Höhe:
Wie gegenständlich ungegenständliche Malerei in Erscheinung treten kann zeigt der österreichische Maler Christian Stock. Als Antwort auf die, den Künstler täglich grüßende, Frage WAS IST ZU TUN, WAS KANN ICH MALEN? nimmt Christian Stock seit den achtziger Jahren eine quadratische Leinwand und trägt eine gleichmäßige Farbschicht auf. Wenn der erste Farbauftrag getrocknet ist, wird er mit einer weiteren Farbschicht übermalt. Drei- bis viermal täglich-jahrelang. Millimeterweise läßt der Künstler die Farbe in die Höhe wachsen bis ein monochromer Würfel aus reiner Farbe entstanden ist. Die Leinwand als Bildträger wird zum Farbträger, zum Sockel eines in den Realraum gemalten Würfels. Dabei verzichtet Stock bei jedem Farbauftrag auf extrovertierten Pinselschwung und eigenständigen Duktus und trägt die Farbe im Stile eines disziplinierten Malermeisters glatt und flächig, Schicht um Schicht auf. Der Malprozess und die Chronologie des Würfelwachstums läßt sich an den Seitenkanten des gemalten Objekts erkunden. Diese sind alles andere als glatt. Hier gibt es ähnlich wie bei geologischen Spatenstichen oder beim Anschnitt einer aufwändig geschichteten Torte, wellenförmige Überlagerungen, tropfende Farbnasen, Aufwölbungen und jahresringartige Rillen zu bestaunen die, vom Künstler unbeabsichtigt, von unterschiedlichen Trocknungsverläufen und dem Eigenwillen der Farbe sprechen. Der Künstler läßt gewähren und gibt dem Farbe-an-sich-Spektakel in 3D freien Raum. Was sich als  scheinbar vibrierendes Objekt, würfelförmig in den Raum ergießt, ist aber mehr als vermalte Zeit. Es ist das Endergebnis der immerwährenden Suche nach dem Anfang; eines immer wieder auf Anfang- Gehens. Der Maler malt / Neustart/ Resettaste. Diese sich selbst zurücknehmende Geste ist gleichzeitig eine humorvolle Reaktion auf künstlerischen Produktionsdruck und eine klare Absage an die damit einhergehende Erwartungshaltung, künstlerische Produktion müsse originell sein. Sie ist im Gegenteil so einfach, daß sie den Freiraum bietet für die Entfaltung der Dinge aus sich selbst heraus. Reduktion bis zur Explosion oder wie der Kurator der Ausstellung Bernd Böhlendorf es ausdrückt: „Malewitsch, Fontana, Stock und das Jahrhundert ist rund. “ Oder würfelförmig.

Im Kulturpalast Wedding zeigt Christian Stock einen seiner allerersten Farbwürfel, den Weißen Würfel 1985-1989. Die Zahlen stehen für den Entstehungszeitraum des Objekts. Wir öffnen die Türen und lassen wirken. Der Künstler ist anwesend.

Christian Stock, geboren in Tux/ Tirol, lebt und arbeitet in Wien. Er studierte Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Arnulf Rainer. Mehr über den Künstler gibts unter  → www.cstock.m3k.org


→ Gespräch mit Christian Stock über seine Arbeit / Video ©bndBerlin

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