*Josh Zielinski / Thomas Korn

September 24, 2014

Zielinski_Korn_KPW_2014

Ende September zeigen wir in einer Doppelausstellung Arbeiten von Josh Zielinski und Thomas Korn, zwei Meisterschülern der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.

 Josh Zielinski & Thomas Korn
*Ost-West-Dialog
Zeichnungen, Skulpturen & Installation

Eröffnung am Freitag, 26.09.2014 um 20h
Finissage am Freitag, 03.10.2014 um 20h
Geöffnet Sa und So von 16-20h und auf Anfrage

Wir öffnen die Tür für einen neuen Konflikt: Körper gegen Raum, Linie gegen Fläche, Material gegen Zeit und Ost gegen West. Wenn A auf B trifft endet es meistens mit wechselseitiger Auflösung oder Zerstörung von Beidem. Der gebürtige Ostdeutsche Thomas Korn und der US-Amerikaner Josh Zielinski präzisieren mit ihren Werken den Punkt, an dem die Auflösung beginnt und schicken den Betrachter von hier aus auf eine universelle Entdeckungsreise. Auf dieser verschwimmen narrative, gegenständliche Motive zugunsten neuer Formen und Assoziationen. Dabei arbeiten die Künstler kraftvoll, skulptural und mit allen verfügbaren Mitteln, wobei beiden Künstlern eine Vorliebe für morbide, temporäre Materialien in allen Zuständen und Auflösungserscheinungen eigen ist.

Im NOCH NICHT und NICHT MEHR sind Josh Zielinskis raumgreifende Thermodrucke anzusiedeln; meterlange Faxpapierrollen, auf denen der Künstler mittels einer Kerze archaisch anmutende Zeichnungen und Symbole eingebrannt hat, die mangels Nachwärme langsam vor sich hin verblassen. Auf einer ähnlichen Ästhetik des Vergänglichen basieren auch Zielinkis von Arbeitsspuren gezeichnete Gips- und Keramikskulpturen; brüchige, schroff und impulsiv gearbeitete Reminiszenzen an antike Bildhauerei, für ewig Unvollendete, die hoffnungsfroh ihrer Fertigstellung entgegensehen. Sie erscheinen als gefangene Hauptakteure einer Erzählung, bei welcher der Erzähler das Ende vergessen hat.

Einer ähnlich manifestierten Beiläufigkeit unterliegen auch die Arbeiten von Thomas Korn, der sich dabei aber aus einer anderen Materialschublade bedient. Der Künstler bevorzugt für seine Zeichnungen und Skulpturen, Material aus der Abteilung Hobby, Basteln und Trash. Im Verdacht der Minderwertigkeit stehende Bilduntergründe wie Brotteig und farbige Tonpapiere erfahren durch kraftvollen Auftrag von Farbe oder Kohlestift, eine humorvolle Aufwertung und Umdeutung. So entwickeln die aus Teig geformten Tierschädel, durch vielschichtige Übermalung und ins Leere laufende Farbinformationen, einen ganz eigenen Vergänglichkeits- und Totenkult. Ähnlich wie bei Zielinskis Figuren werden die Erwartungen des Betrachters stetig unterlaufen, der Betrachter darf alle bruchstückhaften Elemente und Details im eigenen Kopf zusammenfügen. Erfüllung und ganzheitliche Heilung gibt es nur in Hollywood.

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