Alina_Vasilchenko_Moscow_Beauties_Kulturpalast_Wedding

Moskau kommt. Am Freitag:

Alina Vasilchenko
*Moscow, Moscow Citizens And Guests Of The Capital
Video/ Projektion

Eröffnung am Freitag, 26.April 2013 um 20h
Ausstellung vom 26.04. 2013 bis 05.05.2013
geöffnet Sa, So von 16 bis 20h, u.n.V.

Die junge Moskauer Künstlerin Alina Vasilchenko zeigt in mehreren Videoepisoden skurille Alltagszenen aus ihrer Stadt. Die bewusst einfach geschnittenen und aus einer distanzierten, voyeuristischen Perspektive gedrehten Filmschnipsel lassen den Betrachter am verwunderten Blick der Künstlerin auf einen Moscow Way of Live zwischen Geld, Schönheit, Dreck und Überlebenskampf teilhaben. Pro Episode widmet sich Alina Vasilchenko mit lakonischem Witz und in unkommentierten Langzeitaufnahmen einem Thema, das die Widersprüchlichkeiten einer Metropole im Umbruch aufzeigt. Dabei stehen stets die Menschen und ihre selbstgewählte und oft etwas schräge Positionierung im Stadtraum im Mittelpunkt des Geschehens. Im Film Moscow Beauties etwa kann man junge Moskauer Frauen dabei beobachten wie diese sich in Schaufensterscheiben betrachten oder sich posierend vor Brunnen und Sehenswürdigkeiten fotografieren lassen. Der Film The Railway Station wiederum zeigt in einer Langzeiteinstellung Schwarzfahrer, die über Gleise laufen und mühsam auf einen Bahnsteig klettern um kein S-Bahn Ticket kaufen zu müssen. Die Künstlerin schafft es, trotz der zuerst banal wirkenden Sujets, den alltäglichen Irrsinn einer Großstadt mit dem richtigen Blick für Zeitpunkt und Mitmenschen zu ganz großem Kino im Kleinformat zu machen.

Der Ausstellungstitel *Moscow, Moscow Citizens And Guests Of The Capital* ist gleichzeitig ein Marketingslogan der Moskauer Tourismusbehörde und kann laut Künstlerin in allen Wortbedeutungen ernstgenommen werden.

Im Kulturpalast Wedding zeigt Alina Vasilchenko eine Projektion, die den Betrachter in das ferne Geschehen hineinzieht. Die Ausstellung ist ihre erste Ausstellung in Deutschland.


→Vorschau: Moscow Beauties        http://www.youtube.com/watch?v=vOnq_Bx9pLM
→Vorschau:The Railway Station   http://www.youtube.com/watch?v=H-_pebCRXm4

Moscow Beauties Alina Vasichenko Kulturpalast Wedding  S2100007

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*The Hidden

März 22, 2013

Flyer the hidden klein

*The Hidden
KUNST VERSTECKEN / HIDING ART
Konzert und Ausstellung

am Freitag, 5.April 2013 um 20 Uhr

mit einem verborgenen Konzert von Ahoua und Sick Daves

Hidden Art von Michalis Pichler, Claudio Molinari Dassatti & Iñigo Orduña, Chantal Labinski, Holger Biermann, Andreas Kotulla, Norman Krenz, Marco Damke, Bernd Böhlendorf, alto, Henrik Jacob, Rolf Gesing, Halim Dogan, Sebastian Hänel, Daniela Weber, Werner Kernebeck, Klaus Schecknitzki, Heike Walter

Nichts sehen / Nichts hören / Kunst verstecken:

In der Osterwoche präsentieren wir ein interaktives Festival zwischen Kunst und Musik bei dem es eher ums Verbergen als ums Zeigen geht. Ein Raum voller Kunst und Musik in dem man beim ersten Betreten nichts sehen und hören kann. Wir zeigen Mimikry, Minimalismus und maximale Subversion. Darüber hinaus haben wir auch künstlerische Beiträge berücksichtigt, die das Thema auf andere Weise bearbeiten: Geheimnisträger und Verwandlungskünstler kommen ebenso zum Zuge wie Meister des Subtextes und der Bundesverband farbenblinder Maler. Eine unsichtbare Blaskapelle weist den Weg durch die Nacht und beantwortet alle offenen Fragen.

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Nothing to see / Nothing to hear / Hiding Art
In accordance with the Easter tradition, we present an interactive festival between art and music. The festival is more about hiding than showing art. We present a room full with art and music, where you don`t see anything at first sightb by stepping into the gallery. Numerous artists placed their works in our space. There is also the possibility to bring works spontaneously during the exhibition night. We ask for mimicry, minimalism and the maximum of invisibility. We are also happy to show contributions dealing with the topic of hiding. Secret agents, quick-change artists and the Association of colourblind painters mare invited to show their works. If you have any question- ask the hidden marching band.

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*Das SOLI LOCH

Februar 18, 2013

Flyer SOLI LOCH Kulturpalast Wedding web

Das SOLI LOCH
Konzert und Ausstellung

am Freitag, 1. März 2013 um 20 Uhr
im
Kulturpalast Wedding International
Freienwalder Strasse 20
13359 Berlin-Wedding

Musik von:
AHOUA
THE HAZI BROS.
HILDE BRUN (Projekt Hildesang)
SICK DAVES

Wir zeigen nichts. Ihr zeigt uns was.
Die Musiker spielen vor leeren Wänden. Wir suchen die Bilder zum Ton und laden ein, Raum und Wände mit Kunst zu füllen. Ein interaktives Festival für einen Abend.

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The SOLI LOCH
concert and exhibition

Friday, March 1st, from 8pm

We’re happy to announce the following musicians:
Ahoua 
The Hazi. Bros
Hilde Brun (project Hildesang)
Sick Daves (“Die Legendären”)

We show nothing – You do
There are several musicians / bands sitting in the room and you are invited to fill our empty walls with art pieces. We’re looking forward to a fast, interactive festival with a following party. For further informations call 0179/2154847

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*Sunlicht

Januar 25, 2013

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Auch im Januar beschäftigt uns das Thema Loch. In diesem Fall: das Brandloch.

Claus Stolz
*SUNLICHT

Heliografie / Projektion
Die Ausstellung wird kuratiert von Bernd Böhlendorf

Eröffnung am Freitag, 25.Januar 2013 um 20 Uhr
Finissage am Sonntag, 03.Februar 2013 ab 16 Uhr
Ausstellungsdauer vom 25.01.2013 bis 03.02.2013
Geöffnet FR / SA / SO von 16 bis 20 Uhr, u.n.V.

Kulturpalast Wedding International
Freienwalder Straße 20
13359 Berlin-Wedding
www.kulturpalastwedding.com
info@kulturpalastwedding.com

Fotografie braucht Licht. Zuviel oder Zuwenig davon, Überbelichtung oder Unterbelichtung bestimmen die Erscheinungsweise des fotografischen Endprodukts: des Lichtbildes. Der Mannheimer Künstler Claus Stolz entscheidet sich für ein klares Zuviel, indem er seine selbstkonstruierte, analoge Kamera einem überhitzten Stresstest aussetzt und auf die hellste natürliche Lichtquelle richtet: die Sonne. Während des vom Künstler im Vorfeld bestimmten Belichtungszeitraums von einigen Sekunden bis zu mehreren Stunden dringt die Strahlung in das Filmmaterial ein, verbrennt und zerstört es: kreisförmig und ausfransend vom Zentrum zu den Rändern. Dieser puristische Zerstörungsprozess durch Licht, Zeit und Lupe ist ein vom Künstler gesteuerter Exzess, bei dem das Abzubildende (die Sonne) die eigene Abbildung durchdringt und gleichzeitig alle Informationen löscht. Zurück bleiben sonnenförmige, verbrannte Flecken Nichtinformation auf Film, die sehr gut aussehen. Auf dem, vom Künstler nach allen Regeln der Kunst entwickelten und nicht nachbearbeiteten, Filmmaterial zeugen feingezeichnete und vielfarbig schillernde Risse, Blasen und Löcher von den zusammengeschmolzenen und heillos überbelichteten Filmschichten.

Claus Stolz betreibt mit seiner Serie SUNBURNS die Analyse eines physikalisch- chemikalischen Prozesses. Dieser ist auch ein künstlerischer Prozess, innerhalb dessen sich der Künstler als Impulsgeber für Zufall und Zerfall befindet und gleichzeitig versucht beide zu regulieren. Die SUNBURNS sind Zeitzeugen und Ergebnisse dieses paradoxen Zusammenspiels. In ihnen läßt Claus Stolz die Sonne durch die Kraft ihres Licht erscheinen. Malerei bildet im Idealfall nicht die Blume ab sondern ihr Blühen.

Im Kulturpalast Wedding zeigt Claus Stolz eine heliografische Projektion und bringt Licht in den Raum. Die Ausstellung SUNLICHT ist seine erste Ausstellung im Kulturpalast Wedding. Seine Monografie „Sunburns“ wurde für den Deutschen Fotobuchpreis 2010 nominiert. Eine Sonne des Künstlers ist auf dem Cover der aktuellen Ausgabe des Magazins PhotoKlassik zu sehen. Mehr von Claus Stolz gibt’s unter: http://www.clausstolz.de/

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*unfuck yourself

November 30, 2012

Der Würfel ist im Computertomographen und gesteht nichts. Wir zeigen etwas anderes:

Chantal Labinski
*UNFUCK YOURSELF
works on paper 2007-2012

Die Ausstellung wird kuratiert von Bernd Böhlendorf

Eröffnung am Freitag, 30.11.2012 um 20 Uhr
mit RED HOT SOUP KANOODLES + EXO TIKI OPEN END

Ausstellung vom 30.11.2012 bis 09.12.2012
Finissage am Sonntag, 09.12.2012 ab 16 Uhr
geöffnet FR / SA / SO von 16 – 20 Uhr u.n.V.
Was bleibt sind Löcher.

Es ist alles gemalt und alles gesagt. Und alles landet bei Chantal Labinski in einer Kiste: Fotos, Zeitungsausschnitte, Bilder, Schlagworte und Satzfetzen. Beizeiten verarbeitet die Künstlerin die Schnipsel „in Selbstkontrolle und zur reinen Gedankenerforschung“ zu Serien, die sie in Bücher und in ein umfangreiches Bild- und Textarchiv einfließen lässt. Mit UNFUCK YOURSELF präsentiert der Kulturpalast Wedding im November eine dieser tagebuchartigen Serien aus gezeichneten, mit Airbush-Tinte übermalten und collagierten Papierarbeiten zur allgemeinen Lage. Die ist bei Chantal Labinski sehr persönlich:

Hippie- Frisur- Papst mit Maria: MAMA I HAVE TO CONFESS SOMETHING.. MARIA : TOO LATE NOW – STRAIGHT TO BED!

Trotz des vertraulichen Tons handelt es sich bei den Arbeiten der Künstlerin um mehr als eine Peepshow aus dem päpstlichen Oberstübchen. Die Künstlerin, Halb-Hawaiianerin und zwischen den Kontinenten driftend, arbeitet an einer neuen Weltordnung der Dinge und besetzt die einzige Position die es für Künstler zu vergeben gibt mit Vehemenz: ihre eigene.
In ihren Arbeiten, geht es um eine Infragestellung und Neuordnung von Wissen, Werten und allen Klarheiten oder um die „heilende Kraft der inspirativen Idiotie zur Zähmung der Katastrophen durch Addition luxuriös schöner Frauen“. Wie schon beim Titel verschieben sich auch in den Blättern der Serie UNFUCK YOURSELF alle Ebenen. Bild und Text unterlaufen durch Umkehrung, Ineffizienz und Überhöflichkeit die Erwartungshaltung des Betrachters. Die Bilder richten sich erst an zweiter Stelle an diesen, sondern stehen als Notizzettel einer künstlerischen Selbstbehauptung zuerst für sich selbst. Darüberhinaus sind sie Bestandteile eines übergeordneten Plans: einer „Enzyklopädie einfacher und wirksamer Methoden zur ganz privaten Überwindung eines explodierenden Weltwahnsinns“. Dieses Wissen und den Glauben an die Wirksamkeit der Methoden stellt uns die Künstlerin zur Verfügung. Das ist überhöflich, eventuell ineffizient und vor allem politisch.

Grundtenor der meisten künstlerischen Arbeiten von Chantal Labinski ist Einmischung durch Aneignung. MEINS, MEINS, MEINS stand bereits 1995 in den Fenstern des von Schließung bedrohten Atelierhauses Apparat in Berlin. Ein kleines besitzanzeigendes Fürwort als Beschreibung der größeren Lage und eine Sichtbarmachung des unsichtbaren Freiraums-  im weiteren LOCH genannt. LÖCHER DENKEN ist eine Aneignungsstrategie der Künstlerin, die seit einigen Jahren technisch-nützlich erscheinende Blechschilder ungefragt an Hauswände und Mauern montiert. Zu sehen sind konkret-antikonkrete Zeichen oder die geprägte Aufschrift UNIVERSAL-LOCH. Um die Blechschilder herum sind die Hausfassaden mittlerweile renoviert und neu verputzt- das UNIVERSAL-LOCH ist geblieben. Was man denken kann wird wahr.

Chantal Labinski lebt in London und Berlin. Sie studierte Freie Kunst in Kiel, Liverpool und an der HdK Berlin. Die Ausstellung UNFUCK YOURSELF ist ihre erste Ausstellung im Kulturpalast Wedding. Mehr Arbeiten der Künstlerin gibt’s unter www.binski.net.



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Weisser Würfel 1985-1989

September 29, 2012

Auf schwarz folgt weiß. Das alle Winkel besetzende All- Over der südkoreanischen Kohlezeichnung ersetzen wir durch Reinweiß in Würfelform. Ein white cube für unseren grauen Saal:

Christian Stock
*Weißer Würfel 1985-1989

 Die Ausstellung wird kuratiert von Bernd Böhlendorf

Ausstellungseröffnung am Freitag, 28.September 2012 um 20h
Finissage am Sonntag, 07.Oktober 2012 ab 16h
Ausstellungsdauer 28.09.2012 bis 07.10.2012
geöffnet Fr / Sa / So von 16 bis 20h und nach Vereinbarung

Kulturpalast Wedding International
Freienwalder Strasse 20
13359 Berlin-Wedding
Kontakt: 0179/2154847
info@kulturpalastwedding.com
http://www.kulturpalastwedding.com

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Länge mal Breite mal Farbe in Höhe:
Wie gegenständlich ungegenständliche Malerei in Erscheinung treten kann zeigt der österreichische Maler Christian Stock. Als Antwort auf die, den Künstler täglich grüßende, Frage WAS IST ZU TUN, WAS KANN ICH MALEN? nimmt Christian Stock seit den achtziger Jahren eine quadratische Leinwand und trägt eine gleichmäßige Farbschicht auf. Wenn der erste Farbauftrag getrocknet ist, wird er mit einer weiteren Farbschicht übermalt. Drei- bis viermal täglich-jahrelang. Millimeterweise läßt der Künstler die Farbe in die Höhe wachsen bis ein monochromer Würfel aus reiner Farbe entstanden ist. Die Leinwand als Bildträger wird zum Farbträger, zum Sockel eines in den Realraum gemalten Würfels. Dabei verzichtet Stock bei jedem Farbauftrag auf extrovertierten Pinselschwung und eigenständigen Duktus und trägt die Farbe im Stile eines disziplinierten Malermeisters glatt und flächig, Schicht um Schicht auf. Der Malprozess und die Chronologie des Würfelwachstums läßt sich an den Seitenkanten des gemalten Objekts erkunden. Diese sind alles andere als glatt. Hier gibt es ähnlich wie bei geologischen Spatenstichen oder beim Anschnitt einer aufwändig geschichteten Torte, wellenförmige Überlagerungen, tropfende Farbnasen, Aufwölbungen und jahresringartige Rillen zu bestaunen die, vom Künstler unbeabsichtigt, von unterschiedlichen Trocknungsverläufen und dem Eigenwillen der Farbe sprechen. Der Künstler läßt gewähren und gibt dem Farbe-an-sich-Spektakel in 3D freien Raum. Was sich als  scheinbar vibrierendes Objekt, würfelförmig in den Raum ergießt, ist aber mehr als vermalte Zeit. Es ist das Endergebnis der immerwährenden Suche nach dem Anfang; eines immer wieder auf Anfang- Gehens. Der Maler malt / Neustart/ Resettaste. Diese sich selbst zurücknehmende Geste ist gleichzeitig eine humorvolle Reaktion auf künstlerischen Produktionsdruck und eine klare Absage an die damit einhergehende Erwartungshaltung, künstlerische Produktion müsse originell sein. Sie ist im Gegenteil so einfach, daß sie den Freiraum bietet für die Entfaltung der Dinge aus sich selbst heraus. Reduktion bis zur Explosion oder wie der Kurator der Ausstellung Bernd Böhlendorf es ausdrückt: “Malewitsch, Fontana, Stock und das Jahrhundert ist rund. ” Oder würfelförmig.

Im Kulturpalast Wedding zeigt Christian Stock einen seiner allerersten Farbwürfel, den Weißen Würfel 1985-1989. Die Zahlen stehen für den Entstehungszeitraum des Objekts. Wir öffnen die Türen und lassen wirken. Der Künstler ist anwesend.

Christian Stock, geboren in Tux/ Tirol, lebt und arbeitet in Wien. Er studierte Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Arnulf Rainer. Mehr über den Künstler gibts unter  → www.cstock.m3k.org


→ Gespräch mit Christian Stock über seine Arbeit / Video ©bndBerlin

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*unter den Linden

Juli 27, 2012

Im Juli freuen wir uns auf eine südkoreanische Künstlerin auf Durchreise. Huh Yun-hee arbeitet mit Zeichenkohle; tagebuchartig beim Reisen, großformatig auf Papier oder direkt auf der Wand. Im Kulturpalast Wedding erstmalig unter der Decke:

Huh Yun-hee
*unter den Linden
Kohlezeichnungen

Ausstellungseröffnung am Fr, 27.Juli 2012 um 20 Uhr
Ausstellung vom 27.07.2012 bis 31.08.2012
Finissage am Freitag, 31.August 2012 um 20
geöffnet  Sa &  So von 16 – 20h, u.n.V.

Chinakohl ist Nationalzutat für einige südkoreanische Gerichte und für Yun- hee ein Symbol für Heimat. Als sie nach Jahren des Studiums in Deutschland nach Seoul zurückkehrte, sah sie auf dem Markt einen Kohlkopf und bekam nachträglich Heimweh. So etwas einfaches, alltägliches hatte sie also vermisst. Fortan zeichnete sie zur Verwunderung anderer, Kohlköpfe Blatt für Blatt auf Wand.  Sie hatte ein neues Sehnsuchtsmotiv gefunden, eine weitere Variable für ihr Spiel mit Zeichen und Symbolen. Diese befinden sich im zeichnerischen und poetischen Kosmos der Künstlerin in ständiger Auflösung und Neudefinition. Füße transformieren zu Wurzeln, Häuser zu Köpfen, in Booten treiben händeringende Pflanzen dahin und im Chinakohl entspringt eine Quelle. Das Verschwinden des Einen zugunsten des Anderen ist als melancholischer Moment das Produkt eines energiegeladenen Arbeitsprozesses. In einer Form von Life- Art- Balance- Performances befestigt Yun-hee Huh die Zeichenkohle auf lange Stöcke und trägt die Kohle mit Kraft und gleichbleibendem Schwung auf die Wand auf. Die Striche erscheinen erst fragil dann tiefschwarz auf der Wand, bilden Kontur und Gerüst. Im Kohlenstaub davor steht die Künstlerin mit Staubmaske, trägt auf, verwischt, übermalt mit Wandfarbe und ordnet neu. Die Motive erblühen und verblassen, blenden sich ein und wieder aus, überschneiden sich. Das zeichnerische Ergebnis des stundenlangen Abriebprozesses an der Wand spricht vom immer währenden Zustand des Verschwindens, von der Unmöglichkeit einer jeweiligen Gegenwart. Die verschiedenen Zustände des Bildes hinterlassen ihre Spuren als Kohlenstaub auf dem Fußboden. Der Staub bleibt.

Im Kulturpalast Wedding zeigt Huh Yun-hee neben einer Serie von kleineren Zeichnungen, eine großformatige, raumbezogene Wand- und Deckenarbeit und eine Videodokumentation, die den Entstehungsprozess der gezeichneten Installation zeigen. Der Ausstellungstitel *unter den Linden* hat nichts mit Berlin zu tun.

Huh Yun-hee, *1986 in Busan, Korea, studierte Malerei an der Ewha Womans University in Seoul, Korea und als Meisterschülerin an der Hochschule für Künste Bremen bei Prof. Rolf Thiele. Sie lebt und arbeitet in Seoul. Die Ausstellung* unter den Linden* ist ihre erste Einzelausstellung in Berlin.



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